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zwd-DEBATTE
Lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung - ein Modell für die Zukunft?

zwd Berlin. „Neue Arbeitszeiten braucht das Land“ lautete die Botschaft der 20. Frauenkonferenz der IG Metall am 23. April dieses Jahres. Zwei Wochen später, am 8. Mai, plädierte die 4. ver.di-Bundesfrauenkonferenz dafür, eine geschlechtergerechter verteilte Arbeitszeit auf die Agenda künftiger Tarifauseinandersetzungen zu setzen. Was bedeutet es, Arbeitszeiten an Lebensphasen anzupassen? Ein Modell für die Zukunft? Sechs prominente Frauen haben sich dazu in Beiträgen zu der vom zwd-POLITIKMAGAZIN angestoßenen Debatte geäußert, darunter die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Caren Marks und die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Prof. Jutta Allmendinger.
ab Seite 8

GASTBEITRAG
Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup: Kurze Vollzeit für alle - die 30-Stunden-Woche

zwd Gelsenkirchen. Die 30-Stunden-Woche muss her und ist schon lange überfällig. Dann sind auch zwischen Männern und Frauen die notwendigen Bedingungen für eine faire Aufteilung der häuslichen Sorge- und Reproduktionsarbeit gegeben und eine lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung möglich. Und zum Vorteil von Frauen und Männern, sowie ihren Kindern, muss der Staat die heute noch überwiegend von Frauen geleistete und unbezahlte Sorge- und Reproduktionsarbeit durch den Ausbau einer öffentlich aus Steuergeldern finanzierten Care-Ökonomie und durch den Ausbau von ganztägigen Schuleinrichtungen entlasten.
auf Seite 4.

DAS BUCH ZUM THEMA
Prof.Dr. Ulrike Hellert: Arbeitszeitmodelle der Zukunft

„Nur Unternehmen, die innovative Rahmenbedingungen für lebensphasenorientiertes Arbeiten ermöglichen, werden die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit sichern können“

zwd Essen (ig). Vor diesem Hintergrund wirbt die Arbeitspsychologin und Unternehmensberaterin Ulrike Hellert in ihrem 2014 veröffentlichten Buch für einen strategischen Umgang der Personalverantwortlichen mit der „Schlüsselressource Arbeitszeit“. Die neuen Medien ermöglichen neue mobile Arbeitsformen, die auch im eigenen Garten, Homeoffice oder im Café stattfinden können. Die „Generation Y“ unterscheidet sich in ihren Vorstellungen von der Arbeit in einigen Punkten von ihrer Elterngeneration, ohne dass daraus ein Stereotyp herleitbar wäre. Immerhin konstatiert Hellert bei dieser Generation den vorrangigen Anspruch auf Arbeitszufriedenheit, auf gute Arbeitsatmosphäre,
Zusammenhalt im Team sowie auf Sinnhaftigkeit der Arbeit. (...)
auf Seite 11.


THEMENSCHWERPUNKT KINDERRECHTE

Schaffen die Kinderrechte in diesem Bundestag den Weg ins Grundgesetz?

zwd Berlin (ig).
Über alle Fraktionen des Bundestages hinweg besteht Einigkeit, dass die Rechte der Kinder gestärkt werden sollen. Doch über dieses Bekenntnis hinaus besteht kein Einvernehmen, weder über den Weg, durch eine Grundgesetzänderung den Weg der Kinderrechte in die Verfassung zu ebnen noch über die Instrumentarien, die Kindern mehr Gehör verschaffen könnten, etwa durch die Schaffung eines/einer Bundeskinderbeauftragten. Das wurde sowohl bei der abschließenden Anhörung der Kinderkommission des Bundestages zur Frage der Kinderrechte am 20. Mai in Berlin erkennbar, deutlicher noch bei den Beratungen des Petitionsausschusses des Bundestages, der sich mit einer vom Generalsekretär der Deutschen Akadamie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), Manfred Gahr, initiierten Online-Petition zu beschäftigen hatte.
auf Seite 21

Frauen, Behinderte, Tiere, Umwelt - aber bloß nicht Kinder: Ein zwd-Hintergrundbericht zur Diskussion über eine Verfassungsänderung
zwd Berlin (sk). Kinder haben Rechte. Dass sie diese auch wahrnehmen können, wissen wir nicht erst seit dem Friedensnobelpreis für Malala Yousafzai. So selbstverständlich das klingt, so schwierig gestaltet sich seit Jahren die parlamentarische Debatte über die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz. Obwohl die UN Anfang 2014 – nach dem Scheitern von Initiativen zur Änderung des Grundgesetzes – einmal mehr eine bessere Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland angemahnt hatte und danach verschiedene Initiativen zum Kindergrundrecht neu gestartet wurden, bleibt der Verfassungsrang von Kinderrechten auf der parlamentarischen Ebene nach wie vor ein heißes Eisen: Jede Grundgesetzänderung könnte auch das fragile Gleichgewicht zwischen Eltern- und Kinderrechten sowie staatlichen Eingriffsmöglichkeiten in Gefahr bringen, argwöhnen GegnerInnen, die zugleich vor einer bloß symbolischen Gesetzgebung warnen. Die FürsprecherInnen einer Grundgesetzänderung lassen sich davon nicht beeindrucken. Noch in dieser Legislaturperiode wollen sie die Verfassungsänderung durchsetzen. zwd-Autorin Susanne Kaiser hat sich mit den Argumenten auseinandergesetzt.
ab Seite 22

Kinderrechte ins Grundgesetz? Das ist viel mehr als bloße Symbolpolitik!

zwd Berlin. Im zwd-Interview wirbt die Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages, Susann Rüthrich (SPD), für eine Verankerung von Kinderrechten in der bundesdeutschen Verfassung. Sie weiß, dass dieses Ziel in der aktuellen Legislaturperiode des Bundestages nur schwer erreichbar ist, aber sie bleibt trotzdem optimistisch, dass der Koalitionspartner CDU/CSU für eine Grundgesetzänderung gewonnen werden kann. Das würde den Kinderrechten einen Eigenwert in der Verfassung zuschreiben, der dem Parlament erlauben würde, die Belange von Kindern noch effektiver zu vertreten.
ab Seite 26


Außerdem in dieser Ausgabe

TITELGESCHICHTE
„Unser Ziel: die Gesellschaft 4.0“. Wie aus „Industrie 4.0“ und „Arbeit 4.0“ ein neuer Politikansatz entsteht

zwd Berlin (ig). In ihrer Koailtionsvereinbarung haben sich CDU/CSU und SPD 2013 auf eine „Digitale Agenda für Deutschland“ verpflichtet. Angekündigt wurde damals, die Digitalisierung der klassischen Industrie mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ voranzutreiben. Im nächsten Schritt sollte das Vorhaben um intelligente Dienstleistungen erweitert werden, um die Position der deutschen Wirtschaft auf dem Weltmarkt zu festigen. Die Koalitionäre versprachen den Ausbau der Spitzenforschung sowie neue Chancen für den Arbeitsalltag durch die Digitalisierung, beispielsweise durch flexiblere Arbeitszeitmodelle, die sich an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf orientierten. Der damals noch stark industrielastige Ansatz „Industrie 4.0“ der Digitalen Agenda mit ihrem allgemein gehaltenen Koalitionsversprechen für den Arbeitsalltag hat innerhalb der Ressorts zu einem Wettlauf um die besten Konzepte geführt. Am 20. August vergangenen Jahres verabschiedete das Bundeskabinett die „Digitale Agenda 2014-2017“, die sieben Handlungsfelder benannte. Ein Handlungsfeld: „Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten“, zugeschnitten auf Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Doch nun hat seine Parteigenossin, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, mit der Programmsetzung unter dem Begriff „Arbeit 4.0“ ein eigenes Stück vom Kuchen genommen. Und auch Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU), eigentlich für das Handlungsfeld 5 zuständig, „wildert“ mit einem Forschungsprogramm „Zukunft der Arbeit“ sowohl auf Gabriels als auch auf Nahles‘ Terrain. Die Sozialpartner freut das.
ab Seite 5.


VER.DI BUNDESFRAUENKONFERENZ
Digitalisierung in der Arbeitswelt - Risiko oder Chance für Frauen?

zwd Berlin (sv). zwd Berlin (sv). Die ver.di-Frauen fordern von ihrer Gewerkschaft, in der Debatte um die Digitalisierung der Arbeitswelt „geschlechtergerechte Belange in Bezug auf Lebens- und Arbeitszeit“ einzubeziehen und konkrete Handlungsoptionen zu entwickeln. Auf der ver.di-Bundesfrauenkonferenz vom 8. bis 10. Mai in Berlin wurde ein entsprechender Leitantrag verabschiedet. Der Antrag wird nun dem Bundeskongress von ver.di im September in Leipzig zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf die Situation von Frauen waren das zentrale Thema in den Fachgesprächen auf der Bundesfrauenkonferenz, die für knapp über eine Million weibliche ver.di-Mitglieder (51,5 Prozent aller Mitglieder) spricht. Rund 260 Teilnehmerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet stellten zudem eine Vielzahl weiterer gleichstellungspolitischer Forderungen wie die Abschaffung sachgrundloser Befristungen und die Aufwertung typischer Frauenberufe auf.
ab Seite 12.


DBB BUNDESFRAUENKONGRESS
„Neue Rollen sind nichts für Feiglinge“

zwd Potsdam (sv). Der dbb Bundesfrauenkongress hat die Bundesregierung aufgefordert, das Prinzip des Gender Budgeting (gendergerechter Haushaltsplan) bei der Erstellung und Evaluation von öffentlichen Haushalten einzuführen. Mit diesem finanzpolitischen Instrumentarium des Gender Mainstreaming könne eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden, heißt es in einer der acht Entschließungen, die beim Bundesfrauenkongress des dbb Beamtenbund und Tarifunion am 8. und 9. Mai in Potsdam beschlossen wurden. Auf der Veranstaltung mit dem Motto „Erfolgsfaktor Zukunft: Frauen und Männer – gemeinsam stark!“, an der 500 Delegierte und Gäste teilnahmen, wurden zu allen 118 gestellten Anträgen Beschlüsse gefasst.
ab Seite 16.

GEWALT GEGEN FRAUEN

Erhebliche Mängel bei der gesundheitlichen Versorgung der Betroffenen
zwd Berlin (sv). Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF) macht in einem aktuellen Positionspapier auf eklatante Mängel in der Gesundheitsversorgung von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern in Deutschland aufmerksam. Die Vorsitzende des AKF, Dagmar Hertle, rief alle zuständigen Personen und Organisationen – Politik und Fachverbände – dazu auf, zeitnah Konzepte zu entwickeln und Maßnahmen zu ergreifen, die die Verbesserung der psychischen Gesundheit der Betroffenen bewirkten. Beim Thema „Gewalt“ werde deutlich, dass die Geschlechterzuschreibungen in der Gesellschaft trotz rechtlicher Gleichstellung noch immer hierarchisch seien, heißt es in dem Positionspapier. Gewalt in engen sozialen Beziehungen und sexualisierte Gewalt gehöre zum Alltag vieler Frauen und Mädchen. (...) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet häusliche Gewalt als eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen.
auf Seite 19.


DIE LETZTE SEITE

Séancen am magnetischen Kübel - die Erfindung der psychologischen Gruppentherapie

zwd Meersburg (no). Er unterwarf seine Patientinnen und Patienten einer magnetischen Kur, ließ sie in Ohnmacht fallen und heilte sie. Franz Anton Mesmer war einer der berühmtesten Ärzte des 18. Jahrhunderts und geriet dann – obwohl anerkannter Mitbegründer der Psychotherapie und Hypnose – in Vergessenheit. Zu seinem 200. Todestag, dem 5. März, hat die Stadt Meersburg ihn wieder ins Rampenlicht gestellt. Mit der Ausstellung „Magie des Heilens. Die wundersamen Erkundungen des F. A. Mesmer. Wien, Paris, Meersburg“ erinnert sie an den „Wunderdoktor“. Und das nicht von ungefähr, denn die kleine Stadt am Bodensee, die nur etwas mehr als 5.000 Einwohner zählt, war der letzte, auf ein halbes Jahr begrenzte Wohnort des berühmten Arztes.
auf Seite 32.


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